Autonome Antifa Aurich supports Wagenburg OL – Solidarität mit der von Räumung bedrohten Wagenburg am Stau!


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Für ein neues Prestigeprojekt im Oldenburger Hafenviertel soll die
Wagenburg ihren Standort aufgeben und an den Stadtrand ziehen – Aber
nicht zu den von der Stadt diktierten Bedingungen… lest weiter und
informiert Euch auf:

http://www.wagenburg-im-stau-oldenburg.org/

Rechter Metalkonzertveranstalter in Ostfriesland und Umgebung

Wie uns zugetragen wurde, bekommen in den letzten Wochen verschiedenste Metalbands Konzertanfragen von Devin Janssen aus Wilhelmshaven (1). Auf seinem Facebook- Profilbild posiert er szeneecht in einem Kapuzenpullover der politisch unbedenklichen Band „Children of Bodom“ und hat beide Hände zur Mano Cornuta, auch Pommesgabel genannt, einem szeneüblichen Gruß, geformt, seine langen Haare sind adrett nach hinten gebürstet. Auf den ersten Blick scheint der junge Mann also ein „normaler“ Metalhead zu sein. Nimmt man sich aber ein paar Sekunden, entdeckt man, dass er bei Seiten der NPD und bei einschlägigen Nazi-Bands wie der Rechtsrockband Kategorie C und der NS-Hardcoreband Moshpit „Likes“ gesetzt hat.
Devin Janßen wurde des weiteren in Oldenburg bei NPD-Veranstaltungen gesichtet, über seine rechte Gesinnung besteht also kein Zweifel (Siehe Bilder).
Er scheint Bands aus Ostfriesland unter dem Deckmantel „normaler“ Metalkonzerte für potenziell parteinahe Veranstaltungen gewinnen zu wollen und somit die Szene unterlaufen zu wollen, wie es schon die Autonomen Nationalisten Ostfriesland markig auf ihrem Blog angekündigt hatten (2). (Dort allerdings mit einem kleinen Schönheitsfehler, „Metall“ ist keine Musikrichtung/Subkultur, sondern ein Werkstoff, Anm. d. Verf.)
Desweiteren fällt unter seinen Favoriten eine Seite namens „Leuchtfeuer Ostfriesland“ ins Auge. Auf dieser Seite findet sich neben inhaltlich klar antidemokratischen Texten auch die für die trotz ihrer zentralistischen Orientierung und des Wunsches nach klaren Hierarchien recht diffuse rechtsradikale Szene übliche Mixtur aus Sympathie für braune Lichtgestalten wie Michael Kühnen (nach dem der „Kühnen-Gruß“ benannt ist), Heimatliebe und germanischer Neuheidentum , hier allerdings noch gewürzt mit einer Prise „Friesischer Freiheit“, die für ihre Propaganda als zusätzlicher Aufhänger herhalten muss(3). Jede_r, der_die sich als Metalhead sieht, der Szene in sonstiger Weise nahesteht oder ganz nachvollziehbarer Weise keinen Bock auf rechtsradikale Subkultur in Ostfriesland hat, sollte die Augen offen halten. Es wurde bekannt, dass sich in Oldenburg auf Metalkonzerten gehäuft Konzertbesucher_innen mit klaren Szenesymbolen, wie Reichskriegsflaggen auf der Kutte oder „Black Metal gegen Antifa“ zeigen. Die Einschläge kommen also näher.
Am 17.5. findet ein von Devin Janßen orgnisiertes Konzert in Wilhelmshaven statt. Die Porno-Grind Band Rapemaschine wird aufspielen, so wie Honey, I Kill You und Jet Elmer. Ob die Bands wissen auf wen sie sich da einlassen ist uns nicht bekannt, jedoch erwarten wir ein klares Signal. Boykottiert diese Veranstaltung, und lasst Nazis keinen Fuß in der Region fassen!

Nachtrag: Honey, I Kill You haben inzwischen abgesagt. Eine Stellungnahme findet ihr hier:
https://www.facebook.com/photo.php?fbid=619805901381831&set=a.393266470702443.106100.175630849132674&type=1&theater

1) http://www.facebook.com/profile.php?id=100003122942131
2) http://logr.org/leerostfriesland/uber-uns/
3) http://www.facebook.com/pages/Leuchtfeuer-Ostfriesland/123828084469966?fref=ts

Fotos von Devin Janßen bei der NPD-Kundgebung am 11.1. in Oldenburg:


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Keinen Meter für Nazis in Kirchweyhe!

AUF­RUF GEGEN DEN NA­ZI­AUF­MARSCH IN KIRCH­WEY­HE

Am 11.​05.​2013 wol­len Neo­na­zis zum nun­mehr drit­ten Mal im nie­der­säch­si­schen Kirch­wey­he, in der Nähe von Bre­men, auf­mar­schie­ren. Auf­ge­ru­fen zu der De­mons­tra­ti­on hat der nord­deut­sche Neo­na­zi­ka­der Chris­ti­an Worch mit sei­ner neuen Par­tei „Die Rech­te“.
Die Neo­na­zis ver­su­chen den Tod von Da­ni­el S. po­li­tisch für ihre Zwe­cke zu in­stru­men­ta­li­sie­ren und for­dern, den Bahn­hofs­vor­platz nach ihm um­zu­be­nen­nen. Da­ni­el S. wurde am 10.​03.​2013 am Bahn­hof Kirch­wey­he wäh­rend einer kör­per­li­chen Aus­ein­an­der­set­zung töd­lich ver­letzt.
Den ver­mut­li­chen Tä­tern wer­den von Worch und sei­nen neo­na­zis­ti­schen Un­ter­stüt­zern und Un­ter­stüt­ze­rin­nen an­geb­li­che „Deut­schen-​Feind­lich­keit“ un­ter­stellt und die „Bio- Deut­sche Be­völ­ke­rung“ als Ziel­schei­be für von ihnen so­ge­nann­te „Aus­län­der­ge­walt“ in­sze­niert. Sie sel­ber sti­li­sie­ren sich als die „Mu­ti­gen“, die sich von einer in der BRD an­geb­li­chen herr­schen­den „po­li­ti­cal cor­rect­ness“ nicht den Mund ver­bie­ten las­sen und die an­geb­li­che Wahr­heit aus­spre­chen. Hin­ter die­sen Aus­sa­gen ver­birgt sich je­doch nicht Em­pa­thie für die Opfer und Be­trof­fe­nen von Ge­walt, son­dern purer Ras­sis­mus und fa­schis­ti­sche Ideo­lo­gie.
Bei ihrem ers­ten Auf­marsch im März konn­ten die Neo­na­zis fast un­ge­stört durch die klei­ne Ge­mein­de zie­hen.
Es liegt an uns An­ti­fa­schist*innen, dem Na­zi­mob dies­mal die Tour zu ver­sau­en.

Ein Blick nach Weyhe

Die Zi­vil­ge­sell­schaft und die of­fi­zi­el­len Ge­mein­de­ver­tre­ter*innen haben sich von An­fang an gegen eine Ver­ein­nah­mung des Ge­den­kens an Da­ni­el S. von rechts ge­wehrt. Es lässt sich den­noch fest­hal­ten, dass die Neo­na­zis mit ihrer Po­li­tik le­dig­lich an be­reits vor­han­de­ne ras­sis­ti­sche Res­sen­ti­ments in der Be­völ­ke­rung an­knüp­fen konn­ten. Auch bei der of­fi­zi­el­len Mahn­wa­che konn­ten ca. 50 Ver­tre­ter und Ver­tre­te­rin­nen der rech­ten Szene un­be­hel­ligt teil­neh­men.
Viele Äu­ße­run­gen in den ein­schlä­gi­gen so­zia­len Netz­wer­ken, die sich auf den ver­meint­li­chen Täter be­zie­hen, spre­chen eine deut­lich deut­sche, ras­sis­ti­sche Spra­che. Auch die Be­richt­er­stat­tung in der Bre­mer „Bild“-​Zei­tung hat ihren An­teil an der ras­sis­ti­schen Auf­la­dung der Tat ge­leis­tet. Dort wurde die zu­stän­di­ge Jour­na­lis­tin es nicht müde, in ihren Ar­ti­keln immer wie­der zu be­to­nen, dass der mut­maß­li­che Täter „Süd­län­der“, bzw. „Türke“ ist.
Dies ver­deut­licht, wie nor­mal und ver­brei­tet ras­sis­ti­sche Vor­stel­lun­gen in der deut­schen Ge­sell­schaft sind.

Am Fall Weyhe zeigt sich, dass diese Vor­stel­lun­gen dazu ge­nutzt wer­den, Deut­sche als Opfer dar­zu­stel­len. Indem der ei­ge­ne Ras­sis­mus quasi um­ge­kehrt wird, um Men­schen die deutsch und weiß sind als Opfer „bru­ta­ler Aus­län­der­gangs“ dar­zu­stel­len. Dass die­ses Phä­no­men nicht auf die Äu­ße­run­gen zum Thema Weyhe be­schränkt ist, ist spä­tes­tens seit den Äu­ße­run­gen von Fa­mi­li­en­mi­nis­te­rin Schrö­der zur so­ge­nann­ten „Deut­schen­feind­lich­keit“ auf Schul­hö­fen be­kannt.
Sol­che Art von Um­keh­run­gen füh­ren dazu, den im per­ma­nen­ten Ver­dacht der In­te­gra­ti­ons­un­wil­lig­keit ste­hen­den Men­schen, deut­lich zu ma­chen, dass sie sich der deut­schen Mehr­heits­ge­sell­schaft un­ter­zu­ord­nen haben. Zudem müs­sen sie die di­ver­sen Zu­mu­tun­gen, die das deut­sche so­ge­nann­te Aus­län­der­recht und die deut­sche Ge­sell­schaft be­reit­hält, mög­lichst ohne Wi­der­wil­len hin­zu­neh­men.

Bier­gar­ten Eden

Ras­sis­mus ist Teil der deut­schen Ge­sell­schaft, als Denk­form und als kon­kre­te Hand­lung ge­gen­über den ver­meint­lich „Frem­den“. In dem Zeit­raum von 1990 – 2011 zähl­te die „Ama­deu An­to­nio Stif­tung“ 183 Men­schen, die von ras­sis­tisch und so­zi­al­dar­wi­nis­tisch mo­ti­vier­ten Tä­tern und Tä­te­rin­nen um­ge­bracht wur­den. Die Mord­se­rie des NSU mit den Ver­stri­ckun­gen der zahl­rei­chen Be­hör­den ist trotz der Ar­beit vie­ler Jour­na­lis­ten*innen, An­ti­fa­schist*innen und der di­ver­sen Un­ter­su­chungs­aus­schüs­se noch nicht in sei­nem vol­len Aus­maß er­fasst.
Tag­täg­lich ver­wehrt die Bun­des­re­pu­blik Deutsch­land ge­flüch­te­ten Men­schen ein Leben in Si­cher­heit und Würde. Der deut­sche Staat be­treibt eine ge­ziel­te Stig­ma­ti­sie­rung von nicht wei­ßen/ deut­schen Per­so­nen als Men­schen zwei­ter Klas­se, sor­tiert diese An­hand ihrer öko­no­mi­schen Nütz­lich­keit aus. Die Ge­set­ze, die von den ge­wähl­ten „Volks­ver­tre­ter*innen“ quer durch alle Par­tei­en ge­stal­tet und ver­ab­schie­det wer­den, ze­men­tie­ren diese Stig­ma­ti­sie­rung und den Aus­schluss von Men­schen auf­grund ihrer ver­meint­li­chen Her­kunft und Haut­far­be.
Das Ge­re­de von der „Deut­schen­feind­lich­keit“ sorgt dafür, dass sich die Deut­schen als Bünd­nis von Mob und Elite vol­ler Selbst­mit­leid auf die Schul­ter klop­fen kön­nen. Um sich in ty­pisch deut­scher Ma­nier als ei­gent­li­ches „Opfer“ zu füh­len.
Hier gilt es als an­ti­fa­schis­ti­sche Linke zu in­ter­ve­nie­ren und sol­chen Dis­kur­sen di­rek­te So­li­da­ri­tät mit den Be­trof­fe­nen ent­ge­gen zu­stel­len.

Den Na­zi­auf­marsch in Kirch­wey­he ver­hin­dern

Unser Ziel ist es, den Na­zi­auf­marsch in Kirch­wey­he zu ver­hin­dern. Der Staat wird je­doch durch seine Exe­ku­ti­ve ver­su­chen, alle, die sich nicht an die vor­ge­ge­be­ne Pro­test­cho­reo­gra­phie hal­ten, an ihren Ak­ti­vi­tä­ten zu hin­dern.
Doch davon soll­ten wir uns nicht ab­schre­cken las­sen. Wir wol­len den Auf­marsch ver­hin­dern, stö­ren am bes­ten un­mög­lich ma­chen. Ob das über Blo­cka­den oder an­de­re Ak­ti­ons­for­men ge­schieht, ist für uns zweit­ran­gig. Es gilt den Neo­na­zis deut­lich zu ma­chen, dass sie ihre Auf­mär­sche nicht un­ge­stört durch­füh­ren kön­nen, egal wo – egal wann!
Daher be­tei­ligt euch an den Ak­tio­nen gegen den Na­zi­auf­marsch! Seid spon­tan und ein­falls­reich!

antifabremen.​blogsport.​de

Nazi-Aufmarsch in Kirchweyhe


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Nach­dem die Ge­mein­de Weyhe den ge­plan­ten Na­zi­auf­marsch der Par­tei „Die Rech­te“ am 11. Mai 2013 ver­bo­ten hat, hat nun das Ver­wal­tungs­ge­richt Han­no­ver am Frei­tag einem Eil­an­trag der Nazis statt­ge­ge­ben und das Ver­bot auf­ge­ho­ben.
Ein Ver­bot dürfe nicht damit be­grün­det sein, dass Straf­ta­ten be­fürch­tet wer­den. „Auch wenn ein­zel­ne Teil­neh­mer Aus­schrei­tun­gen be­gin­gen, müsse zum Schutz fried­li­cher Teil­neh­mer die Ver­samm­lungs­frei­heit er­hal­ten blei­ben. „ (Radio Bre­men)
Die Par­tei „Die Rech­te“ um Chris­ti­an Worch darf also am 11. Mai er­neut in Kirch­wey­he de­mons­trie­ren und den Tod des Ju­gend­li­chen Da­ni­el S. für ihre Zwe­cke miss­brau­chen.

Die Nazis mo­bi­li­sie­ren für den 11. Mai um 12 Uhr zum Bahn­hofs­vor­platz Kirch­wey­he.

(http://endofroad.blogsport.de/2013/05/06/1856/)

Demoaufruf 1. Mai Oldenburg

Wir unterstützen den Aufruf zum autonomen 1. Mai in Oldenburg:


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»Wahr­schein­lich ist es der einen oder an­de­ren Per­son schon auf­ge­fal­len – das Motto „Hör mir auf mit Miete“ der au­to­no­men 1. Mai Demo 2013 in Ol­den­burg äh­nelt in­halt­lich doch ziem­lich stark dem „Recht auf Stadt“ Auf­ruf aus dem Jahr 2010. Dies liegt nicht zwangs­läu­fig an man­geln­der Krea­ti­vi­tät der Mot­to­su­chen­den. Viel­mehr sind diese Par­al­le­len dem Um­stand ge­schul­det, dass die Ver­hält­nis­se für viele in Ol­den­burg und an­ders­wo le­ben­den Men­schen heute ge­nau­so oder gar deut­li­che be­schis­se­ner sind als noch vor drei Jah­ren. Und wegen eben die­sen ät­zen­den Ver­hält­nis­sen wol­len wir am 1. Mai ge­mein­sam auf die Stra­ße gehen. Wir tun dies nicht, um zu jam­mern oder für ein (grö­ße­res) Stück des Ku­chens zu bet­teln! Wir wol­len auf die Stra­ße gehen, um ge­mein­sam in so­li­da­ri­schen und eman­zi­pa­to­ri­schen Kämp­fen die Be­schis­sen­heit der Ver­hält­nis­se hin­ter uns zu las­sen, um Allen ein gutes Leben zu er­mög­li­chen.

Recht auf Stadt – Was war das noch­mal?
Um zu mer­ken, dass sich stadt­po­li­tisch in Ol­den­burg in den letz­ten Jah­ren ziem­lich was getan hat, müs­sen Leute wahr­lich keine Ex­per­t_in­nen für Stadt­ent­wick­lung sein. Meist reicht ein Blick aus dem Fens­ter, um zu er­ken­nen, dass Ei­ni­ges los ist. Es wird sa­niert, ge­putzt und ge­baut als ginge es um die Wurst. Be­son­ders deut­lich zeigt sich dies im Bahn­hofs­vier­tel und am Hafen. Da sich aber die meis­ten Leute kein Fens­ter mit Aus­blick auf die hüb­schen Se­gel­schiff­chen leis­ten kön­nen, tut es wahr­schein­lich auch ein Blick auf den letz­ten Kon­to­aus­zug.
Neue­ren Stu­di­en zu­fol­ge geben bun­des­weit etwa ein Vier­tel aller Haus­hal­te 40% ihres Net­to­ein­kom­mens al­lei­ne für die Miete aus. Eine Zahl, die sich in den letz­ten zwei Jah­ren ver­dop­pelt hat. Von die­ser Ent­wick­lung am stärks­ten be­trof­fen sind vor allem arme, nicht-​wei­ße, ar­beits­lo­se und alte Men­schen.
Warum Men­schen sich ent­we­der keine Woh­nun­gen ab­seits ir­gend­wel­cher Rand­be­zir­ken leis­ten kön­nen oder zu­min­dest aus ihren alten Woh­nun­gen raus müs­sen, lässt sich im Bezug auf Ol­den­burg vor allem auf zwei Ur­sa­chen zu­rück­füh­ren: Zum einen gibt’s in Ol­den­burg ein­fach zu wenig Woh­nun­gen – dies ist ein Fakt. Da ist es nicht ver­wun­der­lich, dass Ol­den­burg mit einem Lehr­stands­ri­si­ko von unter 1% als ein Pa­ra­dies für Im­mo­bi­li­en­mark­ler_in­nen und Ver­mie­ter_in­nen gilt.
Zum an­de­ren wird, wenn dann mal die Bag­ger vor der Tür ste­hen, ent­we­der aus­gie­big sa­niert (was zur Folge hat, dass die Mie­ten stei­gen) oder gleich so ge­baut, dass sich die Woh­nun­gen eh kaum ein Mensch leis­ten kann. Das Er­geb­nis bleibt in sei­ner Kon­se­quenz das Selbe: Von der Auf­wer­tung be­stimm­ter Stadt­tei­le pro­fi­tie­ren ei­ni­ge We­ni­ge, wo­hin­ge­gen An­de­re aktiv ver­drängt wer­den. Was zählt, bleibt die öko­no­mi­sche Ver­wert­bar­keit der Mie­ter_in­nen. Wer viel Kohle hat, darf nicht nur blei­ben, son­dern wird be­wusst durch be­scheu­er­te Groß­pro­jek­te wie den „Alte Stadt­ha­fen“ an­ge­lockt. Wer wegen Hartz 4, Lei­h­ar­beit, nied­ri­gen Löh­nen oder sons­ti­gen pre­kä­ren Le­bensum­stän­den am Exis­tenz­mi­ni­mum rum­krebst, hat na­tür­lich nichts zu mel­den.
Dass auch Frei­räu­me von der oben be­schrie­be­nen Ver­wer­tungs­lo­gik na­tür­lich nicht aus­ge­nom­men sind, zeigt sich ganz ak­tu­ell an der Wa­gen­burg. Diese muss dem „Alten Stadt­ha­fen“ wei­chen und auf ein Ge­län­de ir­gend­wo am Ende der Welt zie­hen. Einer ähn­li­chen Zu­kunft blickt auch der Punk-​A-​Platz auf der an­de­ren Hun­te­sei­te ent­ge­gen. Zwar müs­sen sie statt einem Schi­cki-​Wohn­pro­jekt einer In­dus­trie­an­la­ge wei­chen, die Kon­se­quenz bleibt aber die Glei­che: Sie müs­sen weg.
Auch das zwei Jah­ren be­setz­te „Haus Frie­dens­bruch“ scheint für Im­mo­bi­li­en­mark­ler_in­nen wie­der an In­ter­es­se ge­won­nen zu haben, zu­min­dest hat es seit Ja­nu­ar die­sen Jah­res einen neuen „Ei­gen­tü­mer“, wel­cher so schnell wie mög­lich sa­nie­ren und die Be­set­zer_in­nen raus haben will. In­wie­fern ihm dies ge­lin­gen wird, ist je­doch ziem­lich frag­wür­dig, vor allem im An­be­tracht der Tat­sa­che, dass das „Haus Frie­dens­bruch“ zu einem zen­tra­len Be­zugs­punkt für ziem­lich viele Men­schen ge­wor­den ist, die einer Räu­mung wohl nicht ta­ten­los bei­woh­nen wer­den.
Wir sind uns durch­aus dar­über im Kla­ren, dass so­wohl die Er­kämp­fung als auch die Ver­tei­di­gung von Frei­räu­men wie be­setz­ten Häu­sern etwas ganz an­de­res ist als die oft­mals exis­ten­zi­el­len und iso­lier­ten Kämp­fe um eine ver­nünf­ti­ge Blei­be. Den­noch hal­ten wir die Kämp­fe um Frei­räu­me für einen not­wen­di­gen Schritt in die Rich­tung bes­se­res Leben für Alle. Frei­räu­me bie­ten eine Mög­lich­keit, ge­mein­schaft­li­ches Leben neu aus­zu­han­deln und zu ge­stal­ten. Sie bie­ten einen Raum, um Wi­der­stand zu or­ga­ni­sie­ren. Dass auch Frei­räu­me keine luft­lee­ren Räume ab­seits von ge­sell­schaft­li­chen Herr­schafts­ver­hält­nis­sen sind, ist uns durch­aus be­wusst, aber sie er­mög­li­chen den­noch einen Rah­men uns kri­tisch mit eben die­sen aus­ein­an­der zu set­zen und ge­mein­sam Wege zu su­chen, diese zu über­win­den.

Als wir dach­ten es geht nicht schlim­mer
Wie be­reits oben be­schrie­ben, hat sich in Sa­chen Stadt­um­struk­tu­rie­rung für ziem­lich viele Leute ziem­lich viel zum deut­lich Schlech­te­ren ent­wi­ckelt. Dies macht Pro­test da­ge­gen ab­so­lut not­wen­dig. Gleich­zei­tig ist es aber auch un­um­gäng­lich sich daran zu er­in­nern, dass es Men­schen gibt, für die eine freie Wohn­orts­wahl nicht mal theo­re­tisch mög­lich ist. Der Grund dafür liegt in einer Viel­zahl ras­sis­ti­scher Son­der­ge­set­ze, in­sti­tu­tio­na­li­siert von der herr­schen­den Klas­se und ge­tra­gen von einer schwei­gen­den oder gar offen zu­stim­men­den Masse.
Seit Jahr­zehn­ten kämp­fen Ge­flüch­te­te gegen diese ras­sis­ti­schen Zu­stän­de. Eine der zen­tra­len For­de­run­gen war, ist und bleibt das Ende der ent­rech­ten­den und iso­lie­ren­den La­ger­un­ter­brin­gung. Die Asyl­be­wer­ber_in­nen­hei­me, von denen es in Ol­den­burg zwei gibt, haben mit einer selbst­be­stimm­ten und men­schwür­di­gen Un­ter­brin­gung herz­lich wenig zu tun.
Ge­ne­rell be­deu­tet Recht auf Stadt für uns mehr als eine be­zahl­ba­re Woh­nung in schi­cker Lage. Recht auf Stadt be­deu­tet für uns, dass Men­schen un­ab­hän­gig ihres Ein­kom­mens an öf­fent­li­chen Orten rum­hän­gen kön­nen, weil stän­di­ger Kon­sum von ir­gend­wel­chem un­be­zahl­ba­ren Quatsch nicht zur exis­ten­zi­el­len Vor­aus­set­zung ge­macht wird. Recht auf Stadt be­deu­tet für uns, dass Frau­en*Les­ben*Inter* – und Trans* sich ent­spannt in der Stadt be­we­gen kön­nen, ohne von se­xis­ti­schen, homo- und trans­pho­ben Scheiß­ver­hal­ten be­läs­tigt zu wer­den. Recht auf Stadt be­deu­tet für uns, dass Men­schen sich ohne Sorge vor all­täg­li­chem und/oder in­sti­tu­tio­nel­lem Ras­sis­mus durch bspw. ras­sis­ti­sche Po­li­zei­kon­trol­len oder Re­si­denz­pflicht in der Stadt be­we­gen kön­nen. Recht auf Stadt be­deu­tet für uns, dass wir aktiv dafür sor­gen, dass Nazis, sei es im All­tag oder bei Auf­mär­schen, mit Wi­der­stand zu rech­nen haben.
Lasst uns am 1. Mai ge­mein­sam auf die Stra­ße gehen – nicht nur um für unser Recht auf Stadt. Lasst uns für ein gutes Leben für Alle kämp­fen. Lasst uns dabei all die an­de­ren eman­zi­pa­to­ri­schen Kämp­fe die uns um­ge­ben, glo­bal und lokal, nicht aus den Augen ver­lie­ren. Lasst uns von ihnen ler­nen, lasst uns mit ihnen zu­sam­men­kom­men und uns or­ga­ni­sie­ren.
Lasst uns Kämp­fen, bis die Scheis­ze bes­ser wird. Für ein herr­schafts­frei­es Leben!«